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Hier findet ihr kritische Hintergrundinformationen zum Landesvorstand der NPD-Thüringen. Patrick Wieschke
Patrick Wieschke, Jahrgang 1981, ist u.a. Landesgeschäftsführer und Pressesprecher der Thüringer NPD. Der Vorbestrafte Wieschke ist bereits seit Anfang der 1990er Jahre in der rechtsextremen Szene seiner Heimatstadt Eisenach aktiv und trat insbesondere als treibende Kraft des Nationalen und Sozialen Aktionsbündnis Westthüringen (NSAW) und als Anführer der Kameradschaft Eisenach auf. Im Mai 2002 wurde Patrick Wieschke vom Landgericht Mühlhausen in der Berufungsverhandlung unter anderem wegen „Anstiftung zur Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion“ und einer „Sachbeschädigung“ zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten verurteilt. Hinzu kam eine weitere Verurteilung durch das Amtsgericht Eisenach wegen „Körperverletzung“ zu nochmals sieben Monaten Jugendhaft. Wieschke zählt zu den aktivsten Neonazis im Raum Thüringen. Seit Jahren organisiert er regelmässig Demonstrationen und tritt als Redner auf diversen Aufmärschen auf. Wieschke bezeichnet sich gern als „ehrenamtlicher Redakteur einer Zeitung“. Gemeint ist damit seine Mitarbeit beim seit Januar 2006 erscheinenden „Wartburgkreis-Bote“ (ehemals „Wartburg-Bote“). Der „Wartburgkreis-Bote“ ist eine kostenlose Zeitung, welche durch eine „AG Bürgerbeteiligung“ herausgegeben wird. Dahinter verbirgt sich die NPD, die dieses Projekt maßgeblich mit initiiert hat, das Blatt finanziert und inhaltlich ausrichtet. Mit scheinbar bürgernahen Themen wird versucht die Bevölkerung wahlkampftaktisch zu beeinflussen. Zum Sortiment der braunen Strategen gehört ebenfalls die Internetseite „Für Eisenach“, die vorgibt, ein unabhängiges Mitteilungsblatt für Eisenach und Umgebung zu sein und die Anstrengungen der NPD in Westthüringen, den Boden für einen Einzug in den Landtag zu bereiten, belegt.
Patrick Weber
Patrick Weber, Jahrgang 1983, ist Vorsitzender des NPD-Kreisverbands im Kyffhäuserkreis, Schatzmeister des Landesverbands und Leiter des Referats "Soziales". Der gelernte Maler Patrick Weber, wird auf der Internetseite des Landesverbands der Thüringer NPD als „selbstständiger Unternehmer“ präsentiert. Weber betreibt seit Dezember 2004 den "Germania Versand" in Sondershausen. Zum Angebot des Versandhandels gehören CDs der internationalen Rechtsrockszene, Modeschmuck mit Runensymbolik, sowie Textilien mit eindeutig rechtsextremen Motiven. Im Jahr 2006 fand in der Privatwohnung von Patrick Weber eine Hausdurchsuchung wegen des Verdachts der Volksverhetzung (§130 StGB) statt. Weber produziert auch CDs für rechtsextreme Musikgruppen und Liedermacher. So erschien im Jahr 2006 die CD des Neonazis-Liedermachers "Jürgen V.", mit dem Titel "Wiederkehr des Reiches", über Webers Musiklabel "Germania Records".
Hendrik Heller
Hendrik Heller, Jahrgang 1986, ist Kreisvorsitzender im Wartburgkreis, leitet das Referat Umwelt- und Naturschutz und ist als Landesschulungsleiter der NPD in Thüringen aktiv. Heller begann seine braune Karriere bereits als Schüler in der Kameradschaft Bad-Salzungen und ist einer der aktivsten Schreiber in der NPD-Postille „Wartburgkreis-Bote“. Seit 2004 trat er auf zahlreichen rechtsextremen Veranstaltungen als Redner auf, z.B. beim "Thüringentag der nationalen Jugend" im Mai 2006 in Altenburg und bei Ersatzmarsch für das verbotene Gedenken an Rudolf Hess im August 2007 in Jena. Darüber hinaus veranstaltete er mehrere Informationsstände im Rahmen der NPD-Mitgliederkampagne im Sommer 2007.
Martin Rühlemann
Martin Rühlemann, Jahrgang 1980, ist stellv. Kreisvorsitzender Weimar, Leiter des Referats Innenpolitik und Leiter des Thüringer Ordnungsdienstes der NPD. Rühlemann, u.a. vorbestraft wegen Sachbeschädigung, gefährlicher und gemeinschaftlicher Körperverletzung und der Verwendung Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen, ist ein Bindeglied zwischen den Freien Kameradschaften und der NPD im Freistaat Thüringen. Rühlemann war, laut Verfassungsschutzbericht von 2007, eine der „Führungspersonen“ der „Braunen Aktionsfront Thüringen - Sektion Weimar“ („BAF“) und Mitglied im „Nationalen Widerstand Weimar“ und der „Anti-Antifa Weimar“. Im Oktober 2004 stellte die Polizei bei Hausdurchsuchungen – in den Wohnungen von Rühlemann und anderen Mitgliedern der BAF – zahlreiche Waffen und Fotos von Wehrsportübungen sicher.
Sebastian Reiche
Sebastian Reiche, Jahrgang 1983, ist für das Referat Bildungspolitik zuständig und Leiter für Öffentlichkeitsarbeit im Landesverband der Thüringer NPD. Im Thüringer Verfassungsschutzbericht u.a. von 2004 wird Reiche mehrfach namentlich erwähnt und als „Thüringer Rechtsextremist“ und „Neonazi“ bezeichnet. Hervorgehoben wurde u.a. eine Demonstration unter Beteiligung des bekannten Hamburger Neonazis Christian Worch im August 2004 in Altenburg, auf der Reiche als stellvertretender Versammlungsleiter auftrat. Sebastian Reiche ist thüringenweit als sogenannter Anti-Antifa-Fotograf aktiv. Zum Bereich der „Anti-Antifa“ gehört das Sammeln und Auswerten von persönlichen Daten sowie Fotos von Akteuren der Zivilgesellschaft, alternativen Jugendlichen und aktiver Antifaschisten. Peter Nürnberger
Peter Nürnberger, Jahrgang 1949, ist Beauftragter für Parteiorganisation und Mitarbeiter im Referat Kommunales. Nürnberger verfügt über gute Kontakte zur rechtesextremen Szene in Ostthüringen und Westsachsen. Er trat seit 2004 mehrfach bei neonazistischen Veranstaltungen und Demonstrationen als Redner auf und gilt als einer der aktivsten Neonazis im ostthüringer Raum. Zur Bundestageswahl im September 2005 wurde er von der sächsischen NPD auf Listenplatz Nummer 18 aufgestellt. Als die Thüringer NPD im Herbst 2007 einen geeigneten Ort für ihren Landesparteitag suchte, wurde Peter Nürnberger beauftragt, in Bad Lobenstein unter Vortäuschung falscher Tatsachen einen Raum anzumieten. Als Vertreter einer Handwerkerinnung des Vogtlandes wolle er im Kulturhaus eine weihnachtliche Handwerkerfeier veranstalten, was keine Probleme bei der Anmeldung bereitete. Kurze Zeit später, am 6. November, wurde der Bürgermeister per Post durch Frank Schwerdt von der NPD-Rechtsabteilung in Berlin über den Landesparteitag am 8. Dezember in Bad Lobenstein informiert und zur Zuschickung von Vertragsunterlagen aufgefordert. Aufgrund von Sanierungsarbeiten und einem belegten Ausweichsaal scheiterte die NPD bei der Nutzung des von Peter Nürnberger angepeilten Kulturhauses. Auch dem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht Gera wurde nicht stattgegeben.
Gordon Richter
Gordon Richter, Jahrgang 1974, leitet das Referat Wirtschaft und Mittelstand und ist Landes-organisationsleiter der NPD-Thüringen. Richter ist bereits seit Anfang der 1990er Jahre in der Geraer Neonaziszene aktiv und gilt als Mitbegründer der Kameradschaft Gera. Seit 2003 gehört Richter zu den Anmeldern und Organisatoren von „Rock für Deutschland“ in Gera. Auf dieser als politische Kundgebung deklarierten Veranstaltung treten jedes Jahr mehrere neonazistische Musikgruppen vor mehreren hundert Neonazis auf. Der Neonazikader meldete Ende 2003 auch zwei Nazikonzerte in Bergisdorf (Sachsen-Anhalt) an, die beide verboten wurden. Allein bei der letzten Veranstaltung sollten unter dem scheinheiligen Motto "Die Lage der NPD im Wahljahr 2004" die Rechtsrock-Bands "Eugenik", "Blutstahl", "Sachsonia", "Thor", "Jungsturm", "Act of Violence", "Frontalkraft", "Sleipnir" und "D.N.A." auftreten. Im Juni 2007 wurde Gordon Richter vom Amtsgericht Gera zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen verurteilt. Richter hatte im Internet zusammen mit einem anderen Neonazi einen Aussteiger aus der rechtsextremen Szene als „V-Mann erster Güte“ bezeichnet, was den Straftatbestand einer „üblen Nachrede“ erfüllte.
Tobias Kammler
Tobias Kammler, Jahrgang 1986, ist Leiter des Referats Recht und Justiz und im Landesverband der NPD Ansprechpartner für Rechtsfragen. Kammler sammelte seine ersten neonazistischen Erfahrungen in der Kameradschaft Bad-Salzungen und stieg schnell zur Führungsriege der Thüringer NPD auf. Darüberhinaus ist Kammler auch in der größten extrem rechten Kulturvereinigung Deutschlands, der "Gesellschaft für Freie Publizistik" (GFP) aktiv. In der GFP, die 1960 von ehemaligen Angehörigen der NSDAP und der SS gegründet wurde, übt Kammler die Funktion des Arbeitskreisleiters für Westthüringen aus und organisiert entsprechende Mitgliedertreffen.
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